Koppelstangen und Tieferlegung

Blues

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Also bei mir hat der TÜV weder nach den Scheinwerfern noch nach einer Vermessung geschaut oder gefragt.

Gutachten kontrolliert, einmal unter den Wagen gesehen und das wars.
Glück gehabt, oder an einen TÜV-Faulpelz geraten. Aber: Ende gut, alles gut !
 

Blues

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Mit dem heutigen TÜV-Gutachten (zru Eintragung der Super Pro Koppelstangen) ist mein Projekt »Tieferlegung« abgeschlossen. Im einzelnen:
Nach Einbau der Koppelstangen (vorn: Minimallänge, bei mir 295mm (OE=288mm), hinten 145mm (OE=149mm)) hatte ich das Empfinden, daß das Auto weicher, komfortabler als vorher mit den OEM-Teilen ist. Bei Landstraßenfahrten bestätigte mir meine Frau das.

Warum nun diese Längen? Nun, OE-Längen sind unproblematisch (einhellige Meinung jedes Tieferlegers, daß bis zu 400mm Tieferlegung keine sonstigen Veränderungen erforderlich sind) und werden ja hier im Forum gefahren, ich vorher auch. Kompensation der Tieferlegung über Koppelstangenlänge geht auch, wurde und wird ja hier im Forum auch gefahren incl. TÜV-Eintragung. Also: von Null Veränderung bis vollständige Kompensation scheint Spiel drin zu sein (wenn wir mal davon absehen, daß hinten evtl. Probleme mit Klappern am Stabi auftreten, wenn die 4cm voll kompensiert werden über die Koppelstangenlänge). Erfahrung von Tobi, der vorher z.B. vorn max. mit 320mm kompensiert und dann zurückgedreht hatte auf 300mm, war, daß die geringere Länge zu einem Komfortgewinn führt. Für mich hieß das also:
- ohne Kompensation = OE-Länge: hart, straff (aber noch erträglich), techn. unproblematisch.
- volle Kompensation = 320mm vorn: hart, unkomfortabel (aber noch erträglich), techn. unproblematisch.
- Teilkompensation = 300mm vorn: komfortabler gem. Erfahrung Tobi, muß techn. auch unproblematisch sein.
Die Wahrheit liegt also wohl in der Mitte, zumal der TÜV-Prüfer auch davon redete, daß ein oder mehrere mm bei der Länge nicht »kriegsentscheidend« sein können (also: die Sicherheit nicht beeinträchtigen, da ist »Luft« drin).
Also habe ich die vorderen Koppelstangen am Schreibtisch auf die geringste Länge zusammengedreht und gemessen: 295mm. Dann habe ich als Wert für die hinteren beim Einbau »knapp 149mm, und bei "knapp" handelt sich um mm-Differenzen« vorgegeben, und der Meister hat mich angerufen und gefragt, ob er sie bei 145mm festmachen kann, das ergäbe sich jetzt als guter Wert beidseits bei der Stellung der Gelenke etc.
Also: v. 295mm, h. 145mm, das Fahrzeug fühlt sich besser an als mit der O-Länge. Und nun ist Schluß mit dem Thema.
 

Vlanagan

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Echt tolle Infos hier! Jedoch frag ich mich ob man das ganze so auf den KF übertragen kann da der ja eine komplett andere Achsgeometrie hat?
 

Folice

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Ich fahr im kf quasie das ke fahrwerk :D an sich ist es immernoch das selbe, von aussen auf jedenfall.
Nur die Radaufhängung ist etwas anders.
 

Blues

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Nach der gestrigen 6. Insp. bei 73.500km wurde mir von der Werkstatt gesagt:
- die Koppelstangen hätten Spiel (gemeint sind wohl die Buchsen)
- die Domlager wären verschlissen,
und deshalb gebe das Auto Geräusche von sich (ich hatte Quietsch-/Poltergeräusche bei Fahrbahnunebenheiten moniert und auf die interne Mazda Info R 028/18 abgehoben). Zur Info bzgl. der Domlager: ich fahre auch eine Domstrebe, d.h. die Domschrauben wurden mal gelockert, Strebe eingebaut und Schrauben anschließend wieder angezogen.
Nun die Frage in die Runde an alle, die mit Tieferlegung und geänderten Koppelstangen herumfahren:
-Habt Ihr irgendwelche Probleme mit den Koppelstangen oder mit den Domlagern? Was sind Eure Erfahrungen?
Es gibt ja einige hier im Forum, die unterschiedliche Längen der Koppelstangen fahren, und zwar schon seit längerem - Eure Kommentare sind sehr erwünscht.
 

Blues

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Man muß auch mal zu seinen Fehlern stehen.
Ich hatte heute ein sehr interessantes, konstruktives Gespräch mit SuperPro bzgl. der Koppelstangen. Das Ergebnis ist, kurz gefaßt, folgendes:
- bei einer Tieferlegung bis ca. 4cm muß ein Normalfahrer (also nicht Rallyeeinsatz oder ständig Nürburgring NS) an den Koppelstangen nichts verändern. Deckt sich ja auch mit den Überlegungen, die im späteren Verlauf dieses Threads angestellt wurden (da allerdings waren meine Koppelstangen schon da, bezahlt und standen unmittelbar vor dem Einbau).
- Mehrere Forenteilnehmer haben sich bei SuperPro über ausgeschlagene Koppelstangenbefestigungen beklagt. In allen Fällen wurde von der Originallänge abgewichen.
Fazit: Originallänge beibehalten. Dann kann man allerdings auch bei den Originalen bleiben, oder andersherum: wer andere Koppelstangen einbaut, möchte eben etwas Individuelles haben - das ist zwar nicht nötig , aber sieht schön aus und kostet eben Geld.
Mein Gesprächspartner wunderte sich, daß meine Koppelstangen so lange durchgehalten haben (gute 4 Jahre). Ich hatte sie allerdings auf das absolute Minimum runtergedreht (295mm), was ja gar nicht so weit entfernt vom OEM-Maß 288mm entfernt ist (aber eben nicht das Original-Maß ist).
Okay, wer herumexperimentiert (wie wir damals als hochgebildete interessierte Laien), muß damit rechnen, daß er später zur Kasse gebeten wird.

Falls sich jemand doch für andere Koppelstangen interessiert. SuperPro hat inzwischen eine Variante auf dem Markt, die genau unsere Originallänge abdeckt. Sieht wertiger aus, ist (evtl.) deutlich stabiler, kostet ca. 170,-- (TRC 10200). Die habe ich mir als Ersatz bestellt und hoffe, daß das beim TÜV etwas einfacher geht, weil ja schon mal andere Koppelstangen verbaut wurden vom selben Hersteller, halt jetzt nur in anderer (aber: Original-) Länge.
 
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