Zumal diese Rechnerei sich ja auf PS bezieht, die dann sicher die Höchstgeschwindigkeit mehr betreffen als die Beschleunigung von 0 auf 100, wo die NM eine größere Rolle spielen.
Diese Annahme ist so beständig wie die Legende von Bigfoot, und leider genauso verkehrt. Der einzige Wert, der für die Beschleunigung maßgeblich ist, ist die Leistung. Das ist einfache Physik, mehr nicht. Die "PS" (bzw. kW) ergeben sich aus Drehzahl x Drehmoment x Konstante. Unabhängig voneinander gibts da nichts. Von AMS gibt es hierzu eine kleine Zusammenfassung:
Warum zieht ein Diesel schon bei niedrigen Drehzahlen kräftig durch, während ein Benziner erst bei höheren Drehzahlen lebendig wird? Der Unterschied liegt tiefer im Motor – und entscheidet darüber, wie sich ein Auto anfühlt und wie schnell es wirklich ist.
www.auto-motor-und-sport.de
Man kann es auch ganz einfach in den Werksangaben nachverfolgen. Ich habe hier ein PDF von 2016 zum CX-5. Dort kann man gut den G-192 mit Allrad und Automatik mit dem D-175 mit Allrad und Automatik vergleichen. Der G-192 hat laut Datenblatt winzige 256 Nm@4000 rpm und 192 PS. Der D-175 hat gigantische 420 Nm@2000 rpm und 175 PS. Wenn man nun die Leistungsgewichte der jeweiligen Motoren nimmt, so kommt man beim G-192 auf 7,8 bis 8,6 kg/PS (zwei Werte, da jeweils ein Minimal- und ein Maximal-Leergewicht angegeben wird). Beim D-175 liegen die Werte bei 9,0 bis 9,7 kg/PS. Der G-192 wird mit 8,0 s angegeben, der D-175 mit 9,4 s. Oh, haben die sich da verschrieben? Der D-175 hat doch 65% mehr Drehmoment, der müsste dann nach deiner Theorie den G-192 doch mehr als nass machen, da bei der "Beschleunigung von 0 auf 100 die Nm eine größere Rolle spielen".
Tja, dem ist nicht so. Obwohl der Diesel 65% mehr Drehmoment hat, der Benziner aber nur knapp 10 % mehr Leistung, lässt der "drehmomentschwache" Benziner den Diesel hoffnungslos stehen, genau so, wie es das Leistungsgewicht vorhersagt, um ca. 15 %. Von den Werksangaben sind es sogar über 17%. Jetzt kann man sich streiten wegen der 1,4 Sekunden Unterschied, das ist ja an sich nicht viel.
Da mache ich dann gern den Vergleich und sage, "Stell dir mal vor, du bist 1,80 groß, und jemand ist 17% größer". Der andere ist dann nämlich 2,11 m groß, da ist der Unterschied doch schon gewaltig. Wenn ich dann den Vergleich (Werksangaben) von den 10,9 s beim 2026er Modell zu den 8,0 s beim 10 Jahre alten Modell mache, sind das bezogen auf die 1,80 m enorme 2,45 m. Manchmal hilft einem solch ein bildhaftes Modell, Werte besser einordnen zu können, als wenn man nur die reinen Zahlen betrachtet.